Ticktack, ticktack – der tägliche Klang, den Olaf nur allzu gut kannte. Schwabb, schwabb, schschsch – die Geräusche des Meeres, die ihn begrüßten, wenn er morgens aufstand, ihn durch den Mittag begleiteten und in den Schlaf wiegten. Er liebte die Einsamkeit hier oben und den wunderbaren Ausblick sowie die Tatsache, dass er mit seinem Leuchtturm Orientierung bot. Sein Zuhause war dieses Gebäude seit jeher, und er konnte sich nicht daran erinnern, jemals an einem anderen Ort gewesen zu sein wie diesem hier. Mit seinem Licht warnte er vorbeiziehende Schiffe davor, an den schroffen Felsen der seit einem knappen Jahrhundert untergegangenen Insel Zahnazeet zu zerschellen. Wie er hierhergekommen war, wusste er genauso wenig wie sein Alter. Alle paar Tage wurde ihm im Vorbeiflug eines Hubschraubers ein Paket mit dem, was er zum Leben brauchte, herabgelassen; ab und an hatten sich auch Menschen in seinen Leuchtturm hinaufgewagt, weil sie wissen wollten, wer da oben tagein, tagaus die Stellung hielt. Olaf war zwar freundlich, dennoch recht wortkarg, bot jedem Besuch eine Tasse seines Earl-Grey-Tees an – eine kleine Teezeremonie gönnte er sich täglich. Ticktack, ticktack, beständig drehten sich die Zeiger der uralten Wanduhr im Kreis, immer schon links herum. Der ein oder andere Gast hatte behauptet, die Uhr liefe falsch herum. Aber was galt hier oben schon als falsch oder richtig?
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Auf dem Weg zu seinem Lieblingsfenster auf der Ostseite fiel Olaf plötzlich etwas Glänzendes ins Auge. Er bückte sich so langsam, wie es ihm seine alten Knochen erlaubten, und entdeckte auf dem Boden seiner Stube einen Knopf aus Perlmutt. Vorsichtig hob er das für ihn sehr kostbare Stück auf, drehte es andächtig in den Fingern und fühlte plötzlich eine enorme Sehnsucht. Eine Sehnsucht, die ihm unbekannt und dennoch vertraut schien. Er beschloss, den Knopf zurückzubringen, und in diesem Moment blieb die Uhr stehen. Eine Luke im Boden öffnete sich, und Olaf verließ durch den inzwischen aufgezogenen Nebel, der nach Earl-Grey-Tee roch, sein geliebtes Zuhause. Er stieg in ein kleines Auto, das im unteren Bereich des Turmes auf ihn gewartet hatte, und begab sich in seinem schwimmenden Mobil dorthin, wohin ihn sein Perlmuttknopf zu leiten schien.




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